Engelsfluch (Raeven Lesley)

 
Einem Engel gleich,
strahlend,
von Leben, von Jugend erfüllt,
gleich der Knospe die erblüht,
ein Bildnis für die Ewigkeit,
ein Körper ohne Makel,
ein Gesicht ohne Zeit,
ein Wesen wie ein Traum,
doch die Zeit setzt Grenzen,
dies währt nur einen kurzen Augenblick,
 
Wäre es nicht so,
du wüsstest nie,
ob die Welt dich ansieht,
oder nur des Engels Jugend und Schönheit,
die so vergänglich,
weil nur ein Bildnis aus einem Traum
nur Schein.
 
Nur durch die Zeit kannst du sein,
zum wahren Leben erwachen und vergehen,
erkennen wer du bist,
Licht und Schatten sehen,
und es wäre ein Fluch,
könntest du auf ewig ein Engel sein.
 
(Raeven Lesley)
Veröffentlicht unter Sinn.Reich | 348 Kommentare

Selbstwert ohne wenn und aber …

Es hat doch was Gutes, wenn der eigene Selbstwert nicht von der Meinung anderer abhängig ist, wenn man sich von “beiläufigen Bemerkungen” nicht ins Boxhorn jagen läßt und gleich zum Schönheitschirurgen läuft, nur weil mal jemand meint, man/frau sei heute auch nicht mehr ganz taufrisch.
Selbswert(voll) ohne wenn und aber … und vor allem unabhängig äußerer Zustimmung. Oder anders gesagt: autark in der ich-über-mich-Meinungsfindung.

So weit – so gut.

ABER nicht so einfach. Ohne dem Regulativ der äußeren Meinung besteht die Gefahr, bei der Selbstwahrnehmung abzugleiten. Sie zu verirren in einem verzerrten Selbstbild. Verzerrt in jegliche Richtung: von selbstherrlicher Überschätzung über Arroganz bis zu dem dunkelsten Schwarz an Düsternis und alles-mies.

Es gilt die Balance zu finden, zwischen der Fahne im Wind, die jedes Lüftchen in eine andere Richtung lenkt, und dem Feld in der Brandung, der allen Gezeiten widersteht.

Auf sich selbst hören und auf andere. Die Vielfalt der Meinungen (und es handelt sich immer nur um subjektive Meinungen, niemals um eine objektive Wahrheit) vereinen und vielleicht erspähen wir im Laufe der Zeit einen kurzen Blick auf den Edelstein, der wir sind, reicher an Facetten als wir wahrzunehmen vermögen.

 

Veröffentlicht unter Philosopherl | 325 Kommentare

Geisterstunden (Raeven Lesley)

 
Ich frage mich, was du empfindest, wenn du mich berührst?
Ich frage mich, was du fühlst?
Ich frage mich, was du in mir siehst und was du von mir erwartest?
Ich frage mich, ob du wirklich bleiben willst oder ob du gerne gehst?
Ich frage mich, wovor du Angst hast?
Ich frage mich, warum du zu mir hältst?
Und ich frage mich, ob es dich verletzen würde, wenn ein anderer deinen Platz einnimmt?
 
Unzählige Fragen geistern durch meinen Kopf,
und selbst wenn ich die Antworten kenne,
so weiß ich doch nicht,
ob ich damit auch die Wahrheit kenne.
 
Du und ich,
Tag und Nacht,
Licht und Schatten,
Anfang und Ende,
unvereinbare Gegensätze,
verschieden und doch auf eine Art gleich,
wie die Hälften eines Ganzen.
Ohne den anderen fällt es schwer sich selbst zu erkennen.
 
Worte geistern durch den Raum, Gedanken und Gefühle fangen an sich in der Atmosphäre aufzulösen,
und ich weiß nicht,
ob mein Körper endet wo die Mauer beginnt,
oder ob mein Geist sie durchdringt,
in seinem Bestreben bei dir zu sein.
 
Du hast meine Seele berührt wie das Morgenlicht,
du hast meinen Geist entführt in einen Traum fern jeder Hoffnung,
du hast meinen Körper erweckt, der solange schlief –
und nichts von alledem hab ich dir je erzählt,
hab ich dir je gedankt,
aber werd’ ich nie vergessen.
 
Zur Geisterstunde – nachts –
Wenn die Stille die Welt umfängt,
und nur die Nacht und der Wind meinen Worten lauschen,
werden Gedanken zu Kobolden,
die sich aus der Stille erheben,
und in Luftschlössern tanzen,
dann lassen Worte die Welt erbeben,
und mein Geist fängt an aus meinem Körper zu schweben,
auf das noch nicht einmal Meere vermögen,
zwischen dir und mir zu stehen.
 
Ich trage dein Bild in meinem Herzen,
und ist mein Geist jetzt nicht bei mir,
so ist er vielleicht bei Dir?!
 
(Raeven Lesley)
Veröffentlicht unter Sinn.Reich | 454 Kommentare

Paralleluniversum & Scheiterhaufen

Es gibt so eigenartige Wochen, da tauche ich am Montag morgen mit dem ersten Anruf (meist eine mittlere Katastrophe) ein in ein Paralleluniversum. Und wenn ich das nächste Mal den Kopf hebe um zu schauen, wo ich den bin – ist es Freitag, die Woche vorrüber und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt gelebt habe.
Eines habe ich ganz sicher: eine Unmenge gearbeitet, Probleme gelöst, Drachen gebändigt … aber gelebt?
Wenn, dann jedenfalls nicht mein Leben. Das Leben anderer – Ja. Gelebt für die Firma – Ja. Gelebt für den Job – Ja.
Und wo bleibe ich?

Spätestens wenn Dir diese Gedanken vertraut vorkommen solltest Du anfangen über den Leben nachzudenken. Und zu handeln.
Der Scheiterhaufen ist bereits aufgetürmt. Ein Funke genügt und alles brennt lichterloh. Aber diesmal nicht in einem Paralleluniversum.

Veröffentlicht unter Burnie Ash | 436 Kommentare

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Auf den Schwingen des Adlers (Raeven Lesley)

Die nachfolgenden Zeilen wurden niedergeschrieben am 27.12.95 um 23.45 Uhr in einem Anflug von Übermut, von Lebenslust und Freude.

Nicht frei ist, wer nicht wie des Adlers Schwinge fühlt …

 Es gab Zeiten, da war mein Herz hinter Mauern aus Angst verborgen, und nur die Worte aus dieser Feder konnten dem Gefängnis entrinnen. Ich war gefangen.
 
Es gab Zeiten, da waren die Worte verstummt, das Herz gebrochen, die Feder vertrocknet. Ich war gefangen.
 
Es gab eine Zeit, da kehrten die Worte wieder, zerstörten die Mauern, die Feder focht gegen unsichtbare Dämonen. Jedes Wort auf diesem Papier wurde niedergeschrieben gleich Nägeln, die von schweren Hämmern in Eichenholz getrieben wurden um dort auf ewig zu bleiben. Jedes Wort ist ein Stein aus der Mauer, für immer an das Papier gefesselt, für immer von mir genommen. Ich bin nun nicht länger gefangen.
 
Doch wer könnte von sich sagen die Freiheit zu kennen, der nicht weiß wie des Adlers Schwinge fühlt hoch am Firmament, wenn die Winde sich an ihr brechen, wenn Thermik und Strömung ihr Auftrieb geben hoch hinauf zu steigen, wenn Zartheit und Schönheit den Gewalten der Stürme widersteht.
 
Wer ist frei, der nicht weiß, wie der Mäuse Barthaar fühlt, wenn sie durch dunkle Gänge hetzt, verfolgt von den glühenden Augen der Katze dem Tode gewiss und doch unerreichbar für des Jägers Krallen geboren im Schutze der Schlauheit, wissend, wo die Gefahr lauert und ihr entgeht.
 
Nicht frei ist, wer nicht der Wolken Reisen kennt, gesehen, was sie gesehen, gewesen, wo sie gewesen, im Geiste mit ihnen die Welt umrundet hat und doch zuhause bleib, wer nicht als Regentropfen vom Himmel fiel um über Bäche und Flüsse zum Meer zu gelangen, um durch der Fische Kiemen und der Stürme Wellen zu reisen, um zu den Wolken emporzusteigen.
Wer kann frei sein, der nicht den Gang der Zeit bestimmt, den Lauf der Dinge kontrolliert, Gestern im Heute und Morgen im jetzt erscheint, Dinge zu tun die waren – oder auch nicht – oder sein werden?
 
Nicht frei ist, wer nicht das Leben lebt wie ihm gegeben, sich zu verstecken hat wenig Sinn, wenn das Versteck nur ein unsichtbarer Mantel ist und dahinter lauert was ist davor?
Wer kann frei sein, wenn er es nicht will?
Nicht frei ich kann sein, wenn mein Herz ich verstecken muss,
nicht frei ich bin, wenn ich ICH nicht bin.
Nicht frei, wenn ich nicht wie des Adlers Schwinge fühl’ …
 
(Raeven Lesley)
 
Jänner 2013: Wir können lange, sehr lange verstecken, wer wir sind. Doch es wird immer Momente geben, da sich die “Wahrheit” ihren Weg an die Oberfläche bahnt – so geschehen im Dezember 1995.
Die Freiheit, im Geist zu sein wer wir sind, ist wohl jene Freiheit, die uns niemand nimmt – und die wir dennoch aufgeben, Tag für Tag, um zu sein, wer wir nicht sind. Dann leben wir. Doch LEBENDIG sind wir erst, wenn wir der Lebenslust in uns Raum geben. RL
Veröffentlicht unter Sinn.Reich | 430 Kommentare

Ich hatte einen Traum … (Raeven Lesley)

 
Ich hatte einen Traum.
 
Da war eine Berührung,
wie ein Schatten,
doch brennend heiß.
Ein Gedanke,
der sich um meinen Körper legte,
und mich umschloss.
Eine Bewegung,
die mich gefangen nahm,
und mit sich fort trug.
 
Ich hatte einen Traum.
 
Da war Wärme,
oder war es dein Atem,
der über meinen Nacken strich.
Eine Hand,
die in tausend Teile zersprungen,
sich wie ein Mantel über mir ausbreitete,
ohne Anfang,
und ohne Ende,
als wäre alles herum verschwunden.
 
Ich hatte einen Traum.
 
Da war ein Schrei,
der nie geboren,
und doch die Stille zerschnitt.
 
Ich hatte einen Traum …
 
… und es kann nur ein Traum gewesen sein,
denn wäre er wahr,
welche Bedeutung hätten noch Träume,
in einer Welt,
in der die Wahrheit,
heller als jeder Traum.
 
Ich hatte einen Traum …
… und er wurde wahr.
 
(Raeven Lesley)
Veröffentlicht unter Sinn.Reich | 360 Kommentare

Stau(‘n) mal wieder …

Neulich auf der Südautobahn Richtung Wien. Mieses Wetter, Frühverkehr. Die Verkehrsüberwachung signalisiert 100 km/h als erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Ich fahre 120 km/h. Wie kann ich es wagen! Links und rechts brausen die Autos an mir vorbei. Ungefähr auf der Höhe Wr.Neudorf plötzlich: 80 km/h. Ich steige auf die Bremse. Links und rechts brausen die Autos an mir vorbei. Wie kann ich es wagen? Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkung? Welch öbsönes Vergehen …
500 m weiter ist alles zu Ende. Zumindest die Fahrt. Stau. Alles steht auf allen Spuren. Auch die, die mich gerade noch an mir vorbei gebraust sind.

Ich habe zwar mal gehört, dass die Verkehrsüberwachung deshalb die Geschwindigkeit reduziert, damit sich ein Stau nicht so schnell aufbauen kann weil nachrückende Autos später später den neuralgischen Punkt erreichen. Aber das ist wohl nur ein Gerücht. Zumidenst scheinen da all jene zu glauben, die allen Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Trotz auf Teufel komm raus Gas geben bis … ja, bis sie halt dann Anstehen, im Stau stecken, jenem Stau, der vielleicht kürzer oder gar zu verhindert gewesen wäre, wenn … ja wenn zeitgerecht das Hirn eingeschalten und der Fuß vom Gaspedal genommen werden.

Aber das ist halt nicht so einfach. Zurückzustecken. Von “nach mir die Sintflut” auf “was bringt uns allen was” umzuschalten. Und wozu auch?

Leben wir nicht im kleinen (Strassenverkehr) genau das, was im großen (Wirtschaftsleben) schon lange üblich ist?
Auf Teufel komm raus Tempo machen, Wachstum puschen, Profite steigern … solang’, bis nichts mehr gut. Weder vor, noch zurück.

Manchmal ist es ermüdend zu sehen, wie wenig von dem unvorstellbaren Wissen (auch über komplexe Zusammenhänge), das die Menschheit angesammelt hat, seinen Weg ins tägliche Leben der Massen findet.
Und manchmal frage ich mich, ob es nicht einfacher wäre, nicht darüber nachzudenken sondern wie alle anderen aufs Gas zu steigen.
Einfacher vielleicht, aber  will ich den ein Lemming sein?

 

Veröffentlicht unter Burnie Ash | 417 Kommentare

Irgendwo & irgendwann (Raeven Lesley)

 
Ich sah dein Gesicht zwischen gleißendem Licht hoch oben
 in der Krone eines Baumes.
Ich seine deine Augen glitzern im dunklen Wasser
einer im Fels verborgenen Quelle.
Ich sah deinen Körper, der über ein Kornfeld schritt,
das sich sanft im Winde wog.
 
Ich spürte deine Hand in meinem Haar – versteckt in der Brise
die vom Meer herüber zog.
Ich spürte deine Berührung auf meiner Haut –
in einem Sonnenstrahl am Morgen.
Ich spürte deinen Atem der so nah war,
dass die Grenzen der Körper verschwanden.
 
Ich hörte deine Stimme auf weiter Ferne im Rauschen der Brandung,
und doch so klar wie einer Möwe Schrei.
Ich hörte deine Schritte mit dem Wind vorüber ziehen.
Ich hörte deine Worte, die aus des Mondes Licht zu mir drangen.
 
Und ich frage mich, wer du bist –
und wo ich dich finden werde –
und wann?
 
Ich weiß es nicht, aber irgendwo und irgendwann –
wirst du da sein!
 
(Raeven Lesley)
Veröffentlicht unter Sinn.Reich | 315 Kommentare

Erklärung für das Unerklärliche?

Ich mag Orchideen. Bei mir steht ein gutes Dutzend auf der Fensterbank. Es fasziniert mich jedes mal aufs Neue, wie aus einem unscheinbaren Trieb, der sich emporschlängelt, die kleinen Blütenknospen entspringen, wachsen, größer werden und sich letztendlich eine farbenprächtige Blüte öffnet.
Alles nur das Produkt von Erde, Wasser und Licht.
Die Vielfalt an Formen und Farben, die stets auch den gleichen Zutaten entsteht. Und all das scheint ein simples, in 4 Buchstaben geschriebenes Programm zu steuern. Oder steckt vielleicht doch mehr dahinter?
Gibt es ein übergeordnetes und ordnendes Prinzip dahinter? Eine lenkende Hand? Schöpferischen Willen?

Oft versuchen wir, alles mit Funktion und Nutzen zu erklären. Mit Selektion und Optimierung. Doch kann es nicht sein, dass da noch mehr ist?

Wir verstehen (oder glauben es zumindest) Materie, Energie … aber was ist mit der Kraft, die alles zusammenhält und nach wie vor nicht erklärt werden kann? Jener Gravitation, die im großen (Makro-) wie im kleinen (Mikro-)Kosmos wirkt.
Ist es möglich, dass diese Kraft ident ist mit jenem “Wunder”, welches die Vielfalt hervorbringt? Und wären wir dann dem Begriff “Gott” nicht sehr nahe? Und ist das nicht genau das, was wir mit all unseren rationalen Erklärungen zu verhindern suchen?

Vermutlich gibt es eine ganz einfach Erklärung für das Unerklärliche … und möglicherweise finden wir sie … eines Tages … irgendwann.

Veröffentlicht unter Philosopherl | 379 Kommentare