Das Konzept Gott

Bislang haben wir das Thema Gott vermieden, sind doch Streitigkeit um dieses Thema so alt wie die Menschheit selbst. Doch die Faszination, die so manchen Konzepten von Gott innewohnt, hat uns wieder mal in ihren Bann gezogen.

Betrachtet man Gott als ein “Wesen” (im weitesten Sinn) welches das gesamte Universum (sichtbares, unsichtbares, bislang entdecktes und unentdecktes, materielles, immaterielles, physisch, psychisch, emotional, spirituell … kurz gesamt, wirklich ALLES) umfasst, lässt sich daraus die Aussage ableiten: es gibt nichts außer Gott – alles ist Gott!

So weit, so einfach. Wenn es nichts außer Gott gibt, erübrigen sich alle Streitereien, welcher Gott (bzw. Glaube) denn nun der Rechte sein, weil doch alles Teile des einen Gottes sind. Es erübrigen sich alle Diskussionen über Gebote und Verbote, gar über Sünde und Strafe. Warum sollte Gott uns für etwas strafen das wir tun, wo doch er hat allem steckt?
Weiters impliziert die Annahme, das es nichts außer Gott gibt natürlich auch, dass jegliche Kritik an was auch immer in diesem Universum eine Kritik an Gott ist. Man könnte sagen, pure Rechthaberei der höheren Instanz gegenüber, denn wer sind wir, Gott in Frage zu stellen? Auf der anderen Seite sind diese Gedanken natürlich auch Gott entsprungen, denn es gibt nichts außer Gott.

Selbst unsere naiven Versuche, Gott menschlich zu machen, ihm Attribute wie richtend, bestrafend, ja auch beschützend anzuhängen führen sich selbst ad absurdum. Wenn Gott alles ist und es nichts außer ihm gibt, dann ist dieses Universum mit allen darin sein Selbst, und der menschliche Drang, es möge doch alles im Sinne der menschlichen Interessen verlaufen, ein egoistischer Anspruch der das Misstrauen zum Ausdruck bringt, er würde es allein hinbekommen.

Oder anders gesagt: alles geschieht aus gutem Grund, doch nur allzu oft entzieht sich aus Menschen die Kenntnis für diesen Grund. Und noch viel öfter bewerten wir anhand unserer menschlichen Kriterien. Das Universum oder Gott mit menschlichen Maßstäben messen zu wollen ist wohl mehr als arrogant. Wir sollten froh darüber sein, dass Gott nicht menschlich ist, denn würde er wie wir urteilen, er würde uns vielleicht von der Landkarte fegen aufgrund unserer Unbelehrbarkeit und Zerstörungswut seiner Schöpfung gegenüber. Gründe dafür liefern wir ihm seit Langem mehr als genug. Aber Gott ist eben göttlich, und so sind auch unsere menschlichen Eskapaden des Wahnsinns (Kriege, Umweltzerstörung, Gewalt, Verbrechen, …) ein Teil des Ganzen, des Universums, Gottes … und irgendetwas wird er sich dabei gedacht haben, ein Wesen wie den Mensch zu schaffen.

 

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