Stau(‘n) mal wieder …

Neulich auf der Südautobahn Richtung Wien. Mieses Wetter, Frühverkehr. Die Verkehrsüberwachung signalisiert 100 km/h als erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Ich fahre 120 km/h. Wie kann ich es wagen! Links und rechts brausen die Autos an mir vorbei. Ungefähr auf der Höhe Wr.Neudorf plötzlich: 80 km/h. Ich steige auf die Bremse. Links und rechts brausen die Autos an mir vorbei. Wie kann ich es wagen? Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkung? Welch öbsönes Vergehen …
500 m weiter ist alles zu Ende. Zumindest die Fahrt. Stau. Alles steht auf allen Spuren. Auch die, die mich gerade noch an mir vorbei gebraust sind.

Ich habe zwar mal gehört, dass die Verkehrsüberwachung deshalb die Geschwindigkeit reduziert, damit sich ein Stau nicht so schnell aufbauen kann weil nachrückende Autos später später den neuralgischen Punkt erreichen. Aber das ist wohl nur ein Gerücht. Zumidenst scheinen da all jene zu glauben, die allen Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Trotz auf Teufel komm raus Gas geben bis … ja, bis sie halt dann Anstehen, im Stau stecken, jenem Stau, der vielleicht kürzer oder gar zu verhindert gewesen wäre, wenn … ja wenn zeitgerecht das Hirn eingeschalten und der Fuß vom Gaspedal genommen werden.

Aber das ist halt nicht so einfach. Zurückzustecken. Von “nach mir die Sintflut” auf “was bringt uns allen was” umzuschalten. Und wozu auch?

Leben wir nicht im kleinen (Strassenverkehr) genau das, was im großen (Wirtschaftsleben) schon lange üblich ist?
Auf Teufel komm raus Tempo machen, Wachstum puschen, Profite steigern … solang’, bis nichts mehr gut. Weder vor, noch zurück.

Manchmal ist es ermüdend zu sehen, wie wenig von dem unvorstellbaren Wissen (auch über komplexe Zusammenhänge), das die Menschheit angesammelt hat, seinen Weg ins tägliche Leben der Massen findet.
Und manchmal frage ich mich, ob es nicht einfacher wäre, nicht darüber nachzudenken sondern wie alle anderen aufs Gas zu steigen.
Einfacher vielleicht, aber  will ich den ein Lemming sein?

 

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