Die Illusion der guten neuen Zeit

Es ist schon fasziniert, wie unsere Wahrnehmung sich durch äußere Faktoren prägen läßt. Da haben die Maya für ein paar tausend Jahren bestimmt, dass 2012 eine Zeitenwende stattfinden wird, und siehe da, plötzlich wird rund um den Globus eine neue Zeit, neue Energien wahrgenommen.

Dabei hat sich die Welt überhaupt nicht verändert. Nach wie vor schlagen wir uns mit der vollen Bandbreite dualer Situationen herum. Nichts von dem, was gemeinhein als “schlecht” verteufelt wird, ist verschwunden. Weder sind Krankheiten ausgestorben, noch Ausbeutung oder Kriege.

Kann es sein, dass der Glaube (und Wunsch) nach einer Veränderung im Unterbewusstsein einzelner Menschen den Fokus neu ausrichtet und sie tatsächlich “anderes” wahrnehmen als zuvor? Ohne das eine Veränderung im Außen stattgefunden hat?
Märchen und Mythen beeinflussten von jeher Denken und Handeln ganzer Völker. Warum nicht aus diesmal?

Im Grunde ist es völlig egal, ob die veränderte Wahrnehmung einzelner zu veränderten Handlungen führt oder ob tatsächlich eine andere Schwingung auf uns einwirkt. Was zählt ist das Ergebnis. Die Wahrheit bleibt ohnehin (uns Menschen) verborgen – zumindest solange wir durch das Schlüsselloch (Leben als Mensch auf der Erde) in die Welt hinausblicken (und fatalerweise meinen die Wahrheit zu kennen).

Die Welt dreht sich wie seit Jahrmillionen und die Ideen der Menschen haben keinen Einfluss darauf. Doch wenn ein Teil von uns sich entschieden hat, sie anders zu sehen, wird etwas geschehen.
Glück an sich existiert nicht, es ist die Einstellung, das Gefühl einer Person zu sich selbst und der Welt. Egal, ob ein Mythos der Auslöser für diese neue Lebenseinstellung ist oder eine kosmische Schwingung.

Wahrheit (neue Schwingung) oder Illusion (Glaube an neue Zeit)?

Hochmut, zu glauben, diese Frage je beantworten zu können.
Demut, die Erkenntnis, die Platon uns weitergab: ich weiß, dass ich nicht weiß.
Friede, mit der Unwissenheit leben zu können und sich einfach an dieser Welt zu erfreuen. :-)

 

 

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