Wie umarme ich einen Kaktus?

Manche Menschen machen es wirklich schwer sie zu lieben. All die Bemühungen, all das, was für sie getan wird, sie sehen es einfach nicht. Wir tun alles für sie und es kommt nichts zurück. Nur die Kanten und Ecken, die sind zu spüren. Es ist, als würde man einen Kaktus umarmen.
Womit hat man das eigentlich verdient? Aber die Liebe ist so groß, dass sie selbst das aushält. Beziehungs-Nadelkissen sind da echt stachel-geprüft und schaffen es, auch einen Kaktus zu umarmen.

Das ist eine Wahrheit.

Manche Menschen machen es wirklich schwer sie zu lieben. Sie nennen den anderen Kaktus, doch insgeheim beneiden sie den anderen, vielleicht weil er lebt, was sie sich nicht trauen, vielleicht weil er lebt, was sie an sich selbst verurteilen, vielleicht weil er ein Spiegel ist, in dem sie nicht blicken wollen.
Topf und Deckel finden sich. Der Kaktus sticht, und der andere leidet – und findet sich möglicherweise im Leid, in der Bestätigung, doch so viel mehr auszuhalten und mehr für den anderen zu tun, im Mit-Leid und der Bestätigung aus dem Umfeld, im sich-besser-fühlen-weil-besser-sein … wer sticht den nun wirklich?

Auch das ist eine Wahrheit.

Manche Menschen machen es wirklich schwer sie zu lieben. Weil sie Liebe nicht erkennen, selbst wenn sie in Großbuchstaben vor ihnen steht. Weil ihr inneres Weltbild auf Leid fokussiert ist und dies in allem erkennt (was ja auch stimmt, nur gibt es auch einen zweite “ausgeblendete” Seite der Wirklichkeit).
Projezieren sie auf den Kaktus ihre eigene Unnahbarkeit (zu sich selbst)? MUSS der andere Stachel haben weil es anders nicht sein kann, sein darf …?

Noch eine Wahrheit.

Und es gibt noch viele Wahrheiten.

Wie umarme ich nun einen Kaktus?
Tipp: umarme Dich zuerst selbst. Wenn Dir das gelingt (voll und ganz … ohne Vorbehalte, wenn und aber … ohne Würgen im Hals … ohne Fluchtgedanken, Zynismus … also ehrlich, offen und von ganzem Herzen), wer weiß, vielleicht hat der Kaktus bis dahin gar keine Stachel mehr? ;-)

 

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