herrlich dämlich …

Wieder mal wird über Gleichstellung diskutiert: Quoten bei Vorstandsvorsitzenden, Schließen der Gehaltsschere, Gleichstellung da und dort …

Auf dem Papier (welches ja sehr geduldig ist) mag da vieles zu bereinigen sein. Ich frage mich, wie’s in den Köpfen der Menschen aussieht? Vor allem mit kollektiven Konditionierungen.

Also, solange die Abwandlung von HERR auf HERRLICH den Mann aufwertet, aber DAME auf DÄMLICH die Frau eher dumm aussehen lässt, stellt sich für mich die Frage, ob wir je eine Gleichstellung in der Sprache erreichen können? Mit einem Binnen-i ist es wohl nicht getan. Wobei, es gibt ja noch die HERRIN, also die Frau, die eigentlich Mann ist, aber nur doch gegendert?

Gibt es überhaupt eine Chance, das konditionierte Bild hinter DÄMLICH um zu wandeln? Und wenn ja, verstehen wir dann unsere eigene Sprache noch?

Geht’s nicht viel mehr um innere Haltungen? Und um jene der Frauen, die nun (aufgrund der Quoten) in Positionen berufen werden sollen, für die sie gar nicht die innere Haltung haben? Werden hier nicht viel mehr Frauen im männlich dominierten Führungskräfte-Hickhack (das schon mal mit einer antiken Schlacht verglichen werden kann, nur mit anderen Mitteln ausgeführt) verheizt? Und welche Schulung bräuchten sie vorab? Kampftraining?

Oder haben Frauen die Chance, etwas zu verändern? Vorbilder zu sein? (Zumindest wenn Männer auch bereit sind, von Frauen zu lernen, und sie nicht als DÄMLICH zu bewerten).

Die Zeit der Geschlechterkämpfe scheint noch nicht vorüber, sie wird lediglich in andere Ebenen verlagert. Keine Protestmärsche mehr auf den Strassen, dafür subtile (Quote!) Überzeugungsarbeit auf höchsten Rängen.

Offen bleibt, wer sich wem anpasst oder ob beiden Seiten einander sein lassen können und die Vielfalt als Bereicherung sehen werden.

Und wie lange der Prozess dauern wird.

Zeit, sich mit Popcorn einzudecken. Der Film wird länger dauern.

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