Konsequent lernresistent?

Während Philosopherl sich sehr selbstreflektiert gibt, sehe ich den Nutzen dieses Blogs weitaus pragmatischer: Sehr mehreren tausend Jahren wandelten und wandeln weise Menschen über diesen Planeten, schreiben ihre Lehren nieder oder gaben sie an ihre Schüler weiter. Und wohin hat uns das geführt?
Wir schlagen uns nach wie vor her mit denselben Themen/Problem rum, wie unsere Vorfahren (wenn auch in anderer Erscheinungsform): Konflikte, Kriege, Beziehungsprobleme, Krankheiten, Neid, Machtgier/missbrauch, Gewalt …

Mal ehrlich, die Menschheit ist offenbar konsequent lernresistent. Oder dieses Wissen kann nicht durch die beschränkten Möglichkeiten von Worten, Bildern etc. übermitteln werden. Oder beides?
Also, wir haben den technischen Fortschritt bis ins Weltall getrieben, aber es noch nicht geschafft, einander zu tolerieren, sondern schlagen uns immer noch gegenseitig die Köpfe ein (stets mit neuen gut klingenden Begründungen). Wir klonen, aber leider nicht positive Gedanken, sondern eher das Wetteifern um Statussymbole. Und wenn ich mir Scheidungsraten und Missbrauchszahlen anschaue, weil ich gar nicht weiter denken.
Was hat die Menschheit eigentlich (und wirklich) gelernt? Nichts? Oder ist auch hier der Weg (sprich: der ewige Lernprozess) das Ziel?

Wissenschaftler stellen die Frage nach dem WIE, Philosophen nach dem WARUM. Ich frage mal so: WELCHEN Holzhammer braucht es?

Das Leben könnte so schön einfach, ruhig, beschaulich, langweilig, … sein. Wird’s aber nicht. Ernüchterung pur. Wir leben in einer dualen Welt und nehmen diese ausschließlich über die Dualität war. Wäre alles rosa, rund und heile Welt, wäre es nicht mehr unsere Welt. Zwischenmenschliches Hickhack und emotionale Hochschaubahnen sind das Leben. Schieben wir die Illusion von der heilen Welt beiseite.

Die Frage darf nicht lauten, ob wir (also die Menschheit) unsere Lernaufgaben ein für alle mal abschließen können, sondern auf welchem Schauplatz wir sie am besten meistern. Konflikte lösen lernen im Zoff mit anderen oder mit seinem eigenen Schatten (dem inneren Schweinehund, dem Ego …)?
Theoretisch (und auch praktisch – erfordert aber Überwindung, Disziplin …) wäre das möglich. Erspart bleibt es keinem zu lernen (ja, dies ist eine Generalisierung und meine volle Überzeugung – das Leben spiegelt es jeden Tag aufs Neue).
Also bleibt zu klären, wie viel Schaden wir jeweils dabei anrichten und an wem?

Konsequent lernresistent zu sein (bezogen auf die Menschheit insgesamt) hat durchaus was Gutes, weil so jeder von uns in den Genuß der Lernerfahrung kommen kann (darf, soll, muss …). Bezogen auf die Einzelperson kann es jedoch mühsam bis nervtötend sein.
Und wenn Lernen anhand der Anleitungen anderer offenbar sooo schwierig ist, dann wird halt das Rad x-mal neu erfunden. Was soll’s? Wir haben ja nichts anderes zu tun im Leben, oder?

Wenn du den Krieg nicht vermeiden kannst, dann rüste dich zeitgerecht dafür. Und such dir das passende Schlachtfeld.
Wenn du die Lehren des Lebens nicht vermeiden kannst, dann bereite dich rechtzeitig darauf vor. Und such den passenden Schauplatz dafür.

Naja, und wenn einer dieser Schauplätze dieser Blog ist – warum nicht?

Dieser Beitrag wurde unter The Jester veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort